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Naturbasierte Lösungen für lokale Abwasserbehandlung und -wiederverwendung

Die meisten von uns machen sich kaum Gedanken darüber, was mit Wasser passiert, nachdem es den Abfluss hinuntergespült wurde. Ob aus Toiletten, Waschbecken oder Duschen – Abwasser verschwindet in unterirdischen Rohren und weit entfernten Kläranlagen. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Doch in Zeiten von Wasserknappheit, steigenden Düngemittelpreisen und zunehmendem Druck auf die Landwirtschaft ist dieser verborgene Ressourcenstrom viel zu wertvoll, um ihn zu ignorieren und zu verschwenden. Anstatt Abwasser als Problem zu betrachten, können kreislauforientierte und naturbasierte Lösungen (NbS) dabei helfen, es als Ressource zu sehen – eine, die sowohl die Wasserversorgungssicherheit als auch die lokale Lebensmittelproduktion unterstützen kann.

This is exactly what’s happening in Cambium eco-village in Fehring, Austria, where the vertical green wall treatment system Genau das geschieht im Cambium-Ökodorf in Fehring (Österreich), wo das vertikale Begrünungssystem vertECO® Abwasser in nährstoffreiches Wasser für die Sichere Wiederverwendung bei der Bewässerung und Düngung des lokalen Marktgartens aufbereitet.Im GEORGIA-Projekt beleuchten wir, wie derartige Systeme zur Abwasserbehandlung und -wiederverwendung eine widerstandsfähige Landwirtschaft und kreislauforientierte Ernährungssysteme unterstützen – und Cambium ist einer der Standorte, der zeigt, wie das in der Praxis funktioniert.

Figure 1: vertECO® green wall treatment system at GEORGIA Pilot site, Cambium eco village (c) alchemia-nova 

vertECO®: Vom Abwasser zum sicheren Bewässerungswasser

Das vertECO®-System ist im Wesentlichen eine vertikal und stufenweise angeordnete Pflanzenkläranlage. Nach einer einfachen Vorbehandlung fließt häusliches Abwasser durch modulare, bepflanzte Grünwandeinheiten. Unsichtbare Helfer – nämlich Mikroorganismen im Biofilm des Substrats und der Pflanzenwurzeln (Rhizome) – übernehmen dabei den Großteil der Arbeit: Sie bauen Schadstoffe ab und wandeln Nährstoffe um, während auch weitere Reinigungsmechanismen wie Filtration, Sedimentation und Adsorption stattfinden. Ein abschließender Desinfektionsschritt (durch Ozonierung) stellt sicher, dass verbleibende Krankheitserreger eliminiert werden und das aufbereitete Wasser der EU-Wasserwiederverwendungsverordnung (2020/741) entspricht.

Wissenschaftliche Begleituntersuchungen zeigen, dass bereits mit einem kleinen Anteil des Cambium-Abwassers der Großteil des Bewässerungsbedarfs des Gartens gedeckt werden kann – und gleichzeitig wichtige Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff bereitgestellt werden. Die Analysen bestätigen, dass der Wasser- und Nährstoffbedarf des Marktgartens für eine Vielzahl von Kulturen gedeckt werden kann – und das bei vollständiger Einhaltung der EU-Wasserwiederverwendungsverordnung (2020/741), was sowohl Sicherheit als auch Nachhaltigkeit gewährleistet ([1], [2]).

Figure 2: GEORGIA Pilot Cambium market garden (c) Cambium

GEORGIA: Vom Ökodorf zur widerstandsfähigen Landwirtschaft

Das GEORGIA-Projekt untersucht, wie naturbasierte Lösungen wie vertECO® Landwirten in ganz Europa zu einem resilienteren Wassermanagement in der Landwirtschaft verhelfen können. Cambium dient dabei als Pilotstandort: Es belegt, dass eine sichere Abwasserbehandlung und -wiederverwendung möglich ist, und zeigt, dass lokale Lebensmittelproduktion mit aufbereitetem Wasser und zurückgewonnenen Nährstoffen gedeihen kann. Der Standort liefert Daten und Erkenntnisse, die für landwirtschaftliche Betriebe und Kooperativen in ganz Europa und darüber hinaus wertvoll sein können. Materialflussanalysen bestätigen, dass selbst kleinere Anlagen den Großteil des Wasser- und Nährstoffbedarfs decken können. In größerem Maßstab eröffnet die Kombination von Grünwänden und anderen Arten von Pflanzenkläranlagen oder andere naturbasierte Lösungen zur Wasseraufbereitung – gemeinsam mit Regenwassernutzung oder anaerober Vergärung organischer Abfälle – noch größeres Potenzial für eine kreislauforientierte und widerstandsfähige Landwirtschaft haben [1].

"Abfall" neu denken

Die Geschichte von Cambium verdeutlicht einen einfachen, aber wirkungsvollen Gedanken:Abwasser ist kein Abfall.. Es ist eine kontinuierliche, verlässliche Ressource für Wasser und Nährstoffe – etwas, das Regenwasser und Kompost allein nicht bieten können.

Für das Cambium bedeutet das bewässerte Gärten, frische Erzeugnisse und eine geringere Abhängigkeit von externen Betriebsmitteln. Für GEORGIA ist es Teil einer größeren Vision: die Transformation des Wassermanagements für eine widerstandsfähige Landwirtschaft. Indem Cambium zeigt, wie dezentrale naturbasierte Lösungen Kreisläufe vor Ort schließen können, illustriert es, wie Landwirtschaft und kreislauforientierte Ernährungssysteme selbstversorgender und widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit werden – und sich besser auf eine nachhaltigere Zukunft vorbereiten können.

References

[1] Vobruba, T., Wirth, M., Hartl, M., Kisser, J., Podmirseg, D., Gebetsroither-Geringer, E., Huber-Humer, M., & Langergraber, G. (2025). Analysis of material flows and resource potential of decentralized water management: On-site water and nutrient reuse in an Austrian eco-village and its upscaling to urban environments. Environmental and Sustainability Indicators, 26, 100660. https://doi.org/10.1016/j.indic.2025.100660

[2] Vobruba, T., Hartl, M., Langergraber, G., Pucher, B., Gattringer, H., Bertino, G., Panzenböck, F., & Kisser, J. (2025). vertECO® vertical green wall system demonstration for domestic wastewater treatment and on-site reuse in an Austrian eco-village. Ecological Engineering, 211, 107460. https://doi.org/10.1016/j.ecoleng.2024.107460

Green dEal cOmpliant iRriGation Increasing Europe’s Agriculture resilience to drought

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